

Unser Hof-Laden
In unserem Hofladen bieten wir, neben den eigenen Produkten, ein breites Sortiment an
Bio-Lebensmittel an
z.B.: Isabels frisches Bauernbrot
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Öffnungszeiten:
Montag und Freitag von 15.00 - 18.00 Uhr
Ottis Biohofladen
Rütistrasse 23 B
3298 Oberwil
032 351 42 65

Unser Märitstand
von 1.Mai 1990 bis am 30. September 2025
waren wir mit unserem Märitstand in der Altstadt (auf dem Burgplatz) von Biel/Bienne und zwar jeden Dienstag und jeden Samstag von 07.00 - 12.00 Uhr
Leider ist das nun vorbei.
Seit dem 1. Oktober 2025 hat Leonie Spänhauer unseren Standplatz übernommen und bedient unsere langjährigen Kundinnen weiterhin mit bestem Biogemüse.
Dazu der Artikel im Bieler Tagblatt:
Adieu nach 35 Jahren: Der Biostand Otti verlässt den Bieler Märit Am 30. September ist die Oberwiler Biobauernfamilie Otti zum letzten Mal mit ihrem Biostand am Märit in der Bieler Altstadt. Für die Stammkundschaft gibt es dennoch keinen Grund zur Sorge. Corinna Klement Publiziert: 24.09.2025 Wenn man Samuel und Isabel Otti zuhört, wird sofort klar: Ihren Biohof in Oberwil betreiben sie mit Herzblut. Seit 1990 sind sie mit ihrem Gemüse auf dem Märit in der Bieler Altstadt vertreten. Aber nicht mehr lange: Am 30. September verkaufen sie dort ein letztes Mal ihre Produkte. «Isabel hat den Verkauf nach und nach aufgebaut. Ich habe versucht, möglichst viel zu produzieren. Sie hat versucht, mehr zu verkaufen, als ich produzieren kann – so sind wir seit 35 Jahren in einem ständigen Wettbewerb», sagt Samuel Otti und lacht. Meistens habe dann Isabel gewonnen und er habe einen Zacken zulegen müssen. In Biel habe man eine sehr gute Kundschaft. «Zum Teil haben wir unter unserer Kundschaft Grosstöchter unserer ersten Kundinnen», erzählt Samuel Otti. Rund 70 Prozent seien Stammkunden, schätzt Isabel Otti. Alleinstellungsmerkmal «bio» 1989 hat das Ehepaar Otti die Pacht für den Betrieb übernommen und direkt auf Bioanbau umgestellt. «Ich komme von einem Betrieb, der gerade 1987 auf bio umgestellt worden war», sagt Samuel Otti. Damals habe man Biobauern noch als «linke Spinner» bezeichnet, erinnert er sich. Isabel Otti, eigentlich ausgebildete Gemeindeschwester, sei über ihren Mann als «Quereinsteigerin» zum Bauernberuf gekommen. Um den Hof im Vollerwerb führen zu können, hätten sie sich für den Gemüseanbau entschieden. «Mit Gemüse hat man bei einer kleinen Fläche sehr viel Arbeit», sagt Samuel Otti. «Plötzlich hatten wir aber so viel Arbeit, dass wir noch zusätzliche Hände benötigten», erinnert er sich mit einem Schmunzeln. Dann habe man Lehrlinge und Hochschulpraktikanten angestellt. In Oberwil selbst gab es laut dem Biobauern keinen Bedarf – viele hätten einen Garten mit eigenem Gemüse oder seien selbst Bauern. So habe man bei der Stadt Biel nach einem Platz am Markt angefragt. Zwei Jahre habe man nur am Dienstag an den Markt kommen können. Dann gab es auch am Samstag einen freien Platz. «Damals waren wir die einzigen Bioproduzenten auf dem Märit. Das war ein gutes Alleinstellungsmerkmal und wir konnten unseren Stand vergrössern», erzählt Samuel Otti. So habe man zuletzt drei Marktstände gehabt. Mittwoch und Donnerstag seien immer für die Produktion reserviert gewesen. «Man kann nicht nur verkaufen, man muss auch produzieren», sagt Isabel Otti schmunzelnd. Ware von anderen Bauern zuzukaufen, sei keine Option für sie gewesen. «Wir wollten nicht Händler werden, sondern Produzenten», so Samuel Otti. Am Anfang sei er alleine an den Märit gegangen, dann zusammen mit seiner Frau und schliesslich habe sie diesen mit Markthelfern übernommen. Manchmal seien am Samstag nun bis zu fünf Personen mit dem Verkauf am Märit beschäftigt, sagt der Biobauer. Auch von den Töchtern komme Unterstützung. Wer liebt, zählt nicht An Markttagen geht es laut Samuel Otti um halb fünf am Morgen los: Dann lädt er das Gemüse auf. Um sechs Uhr gehe es dann zum Märit, wo man alles aufbaue. «Bis wir dann daheim wieder alles abgeladen haben, ist 15 Uhr», sagt Samuel Otti. Montag und Freitag seien Erntetage und an den Nachmittagen ist dann auch jeweils der Hofladen geöffnet. Wie viele Arbeitsstunden so in einer Woche zusammenkämen, könne man schwer abschätzen, so der Biobauer. «Das haben wir noch nie ausgerechnet», sagt Isabel Otti und lacht. «Mir ist wichtig, dass ich etwas mache, an dem ich Freude habe», fügt ihr Mann hinzu. «Und in den letzten vierzig Jahren war das der Fall.» «Viel zu lüpfen» Gesundheitlich habe sich gezeigt, dass man mit dem Marktfahren nicht beliebig lang weitermachen könne, so Samuel Otti. An Markttagen gelte es nämlich, rund 200 Kisten abzuladen, am Stand aufzubauen und zu Mittag wieder ins Auto zu laden. «Trotz der Hebebühne gibt das viel zu lüpfen», erklärt er. Da sie nun beide das Rentenalter erreicht hätten, sei der Entscheid gefallen, den Marktstand zu schliessen. Die Stammkundschaft muss sich indes keine Sorgen machen – die Nachfolge steht schon in den Startlöchern. «Wir hatten das Glück, dass wir schon eine Anfrage von Freunden hatten, die den Stand übernehmen wollen», sagt Samuel Otti. Leonie Spänhauer-Polliger werde den Stand mit ihrem Mann übernehmen. «So haben wir und unsere Kundschaft das Glück, dass es eine nahtlose Nachfolge gibt.» Somit gebe es weiterhin Biogemüse an dem Stand – künftig zudem aus Demeter-Anbau. Dass ein Biobetrieb den Stand übernimmt, sei den beiden wichtig gewesen. «Denn wir sind quasi ‹vergiftete› Biobauern», scherzt Samuel Otti. Kaufverhalten im Wandel In den Jahren am Markt haben die beiden Biobauern auch manche Veränderung miterlebt. Am Anfang habe man für die französischsprachige Kundschaft Bleichlauch und gebleichte Endivien im Angebot haben müssen, erinnert sich Samuel Otti. Dafür habe man das Gemüse extra mit dunklen Planen oder Hütchen abgedeckt. Auch das grüne Laub an den Krautstielen habe für die Romands wegmüssen. «Die wollten nur die weissen Stängel.» Ausserdem habe man für diese eigens Schalotten und Morges-Lattich angebaut. Die Deutschsprachigen hätten anfangs keine Schalotten gekauft. «Zwibele für nüün Franke, spinnet ihr eigentlich?», so der Biobauer über die damaligen Reaktionen. Das habe sich mittlerweile gewandelt: Heute seien Schalotten auch bei Deutschsprachigen beliebt, so Samuel Otti. Die Französischsprachigen würden wiederum die Krautstiele im Ganzen kaufen. Der Bleichlauch gehöre zudem der Vergangenheit an. Dafür kam mit der Zeit Neues dazu: Rucola sei zu Beginn unbekannt gewesen, erinnert sich Samuel Otti. Dann seien Kunden in den Ferien in Italien auf den Geschmack gekommen und hätten nach Rucola gefragt. Mittlerweile sei es ein wichtiges Produkt geworden, das sie das ganze Jahr über anbauen, sagt er. Generell hat man laut dem Biobauern gemerkt, dass nun viele Sorten das ganze Jahr über nachgefragt werden. Mit der Entwicklung hin zu kleineren Familien verkaufe man ausserdem kleinere Mengen aufs Mal. Mehr Freizeit Nicht mehr an den Markt zu fahren, werde für Isabel sicherlich «e chli komisch». Der Kontakt mit den Kunden werde ihr fehlen. Dennoch freuen sich die beiden, nun diese freie Zeit für Unternehmungen und Wanderungen nutzen zu können, so Samuel Otti. «Die Woche ist jetzt dann weniger intensiv getaktet», sagt er. Man werde künftig entsprechend weniger anbauen. Der Hofladen mit den eigenen Produkten bleibe aber weiterhin offen. Bevor sie ihren Stand in neue Hände übergeben, sind sie noch zweimal am Märit in der Bieler Altstadt. Am Samstag ist denn auch ein Abschiedsapéro am Stand geplant. «Wir danken unserer Kundschaft für die jahrelange Unterstützung. Damit hat sie einen Beitrag zum Artenschutz geleistet, den wir in unserem kleinen Rahmen umzusetzen versucht haben», sagt Samuel Otti. Am Samstag findet der Abschiedsapéro am Märitstand von Bio Otti statt. Der Hofladen in Oberwil ist weiterhin Montag und Freitag von 15 bis 18 Uhr geöffnet.
